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Aktion "Recht auf saubere Luft"

Veröffentlicht von (admin) am 01.09.2017
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Im Rahmen des Bundestagswahlkampfes haben die Grünen in Aachen, Würselen und jetzt auch in Eschweiler mobile Stickoxid-Messstellen eingerichtet, an denen zehn Tage lang aktuelle Daten über die Luftbelastung gesammelt werden sollen. Bei den Stickstoffdioxid-Passivsammlern handelt sich um einfache weiße Kunststoffendosen, in die Diffusionsröhrchen eingehängt werden.  Unweit des Bushofes gibt es bereits eine Messstelle des Landes-Umweltamtes. Deren Ergebnisse haben mit dazu beigetragen, dass die Eschweiler Innenstadt zur Umweltzone mit Durchfahrverboten erklärt wurde.

Über diese Vorgehensweise sind die Grünen nicht unbedingt begeistert. Statt das Problem auf die Kommunen abzuwälzen, müsse eigentlich dafür gesorgt werden, dass die Automobilhersteller endlich saubere Diesel-Modelle präsentierten, erklärten Krischer und Tietz-Latza übereinstimmend. Was beim Feinstaub durch die Partikelfilter gut gelungen sei, lasse bei den Stickoxiden immer noch auf sich warten, obwohl es gute technische Lösungen ("Ad Blue") gebe. "Doch das ist den Herstellern offenbar zu teuer und zu aufwendig. Da wird lieber bei den Messungen betrogen und getrickst, und die Bundesregierung hat viel zu lange weggeschaut. Da darf man sich nicht wundern, dass die um bessere Luftreinhaltung kämpfende Deutsche Umwelthilfe in besonders hoch belasteten Städten einen Prozess nach dem anderen gewinnt", so Oliver Krischer. Alexander Tietz-Latza fordert eine Nachrüstung der Diesel-Pkw auf Kosten der Hersteller. Mit Software-Updates sei es da allerdings nicht getan; nur technische Lösungen könnten eine wirklich nachhaltige Verbesserung bringen.

Für Krischer ist der Verbrennungsmotor ohnehin ein Auslaufmodell. Die Zukunf gehöre der E-Mobilität, sagt der Bundestagsabgeordnete und berichtet von seinen guten Erfahrungen mit dem eigenen Elektro-Auto. Er hat sich für einen Renault entschieden, weil die deutschen Hersteller die Entwicklung verschlafen und fast keine konkurrenzfähigen Modelle zu akzeptablen Preisen im Angebot hätten. "Dabei sind 300 Kilometer Reichweite heute kein Problem mehr. Für den normalen Alltag reicht das völlig aus, zumal die Batterien inzwischen auch recht zügig aufgeladen werden können. Hier muss das Netz an Ladestationen aber möglichst schnell ausgebaut werden. Aber im Prinzip wird jedes Auto nur eine Stunde am Tag tatsächlich gewegt, so dass eigentlich genug Zeit zum Laden da ist."

Die Ergebnisse der Messungen in Eschweiler wollen die Grünen Mitte September bekanntgeben.

Ein aktuelles Interview zum Thema hat Oliver Krischer dem Energieverbraucherportal gegeben: Zum Interview

Zuletzt geändert am: 01.09.2017 um 10:02 AM

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